Der Harbacher Pflegekongress 2025 stellte das Thema „Wunde“ in den Fokus und widmete sich der wissenschaftlich fundierten Wundversorgung auf Grundlage aktueller pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Fortbildungsveranstaltung bot rund 210 Pflegefachpersonen, Therapeut:innen und Ärzt:innen eine Plattform für fachlichen Austausch, praxisnahe Weiterbildung und die Weiterentwicklung professioneller Handlungskompetenzen im Wundmanagement.
Der Kongress verdeutlichte, dass die Wundversorgung längst zu einem spezialisierten Aufgabenfeld der Pflege geworden ist. Dabei greifen pflegerische Beurteilungskompetenz, interdisziplinäre Abstimmung und eine patient:innenorientierte Versorgung eng ineinander.
Ein zentrales Thema bildete die chronisch venöse Insuffizienz (Erkrankung der Beinvenen), deren anatomische Grundlagen und therapeutische Konsequenzen von Assoc. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Stanislava Tzaneva praxisnah dargestellt wurden. Die Bedeutung der Kompressionstherapie als zentrale pflegerische Maßnahme wurde dabei ebenso hervorgehoben wie die Notwendigkeit einer korrekten Indikationsstellung und kontinuierlichen Schulung der Betroffenen.
In der Versorgung des „Ulcus cruris“ (tiefe und meist schlecht heilende Wunde am Unterschenkel) und bei diabetischen Fußläsionen liegt der Schwerpunkt auf der evidenzbasierten Wundbehandlung, der individuellen Hautpflege sowie auf der engen Zusammenarbeit zwischen Pflege, Medizin und Wundmanagement. Die praxisnahen Vorträge von DGKP Andrea Kurz, ZWM sowie DGKP Dagmar Unterreiter, WDM und DGKP Tobias Seltmann, ZWM zeigten, dass Pflegefachpersonen heute eine tragende Rolle in der Therapieplanung, der Aufklärung von Patient:innen und der Verlaufsdokumentation einnehmen.
Ergänzend beleuchteten die beiden Vorträge von Dr. Heinz Gyaky die zentrale Rolle von Ernährung und Darmgesundheit in der Wundheilung. Die pflegerische Perspektive verdeutlichte, wie eng Ernährung, Darmgesundheit und Stoffwechsel zusammenhängen und welche Bedeutung sie in der modernen Pflegepraxis haben.
Ein weiterer Programmpunkt widmete sich dem Verordnungs- und Materialmanagement, welcher von DGKP Peter Slavik, MBA, WM präsentiert wurde. Seine Ausführungen machten deutlich, dass Pflegefachpersonen zunehmend auch in ökonomische bzw. rechtliche Prozesse eingebunden sind und durch ihr Fachwissen zum Ressourcenmanagement sowie zur Qualitätssicherung beitragen.
„Die moderne Wundversorgung ist ein Paradebeispiel dafür, wie Pflegewissenschaft, praktische Erfahrung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ineinandergreifen. Unser Ziel ist es, Pflegefachpersonen zu stärken, ihr Wissen zu vertiefen und sie in ihrer Schlüsselrolle für Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Prävention zu bestärken“, so DGKP Jürgen Friedl, MSc, Pflegedienstleiter im Moorheilbad Harbach.
Der Harbacher Pflegekongress verdeutlichte, welche zentrale Rolle professionelle Pflege für die Qualität der Wundversorgung spielt. Die Fortbildungsveranstaltung stärkt die fachliche Identität sowie Eigenverantwortung der Pflegefachpersonen. Gleichzeitig fördert sie den Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Fachbereichen und stärkt die Weiterentwicklung der pflegerischen Kompetenz für eine individuelle sowie nachhaltige Gesundheitsversorgung.

Foto Harbacher Pflegekongress 2025 v.l.n.r.: DGKP Peter Slavik, MBA, WM, DGKP Dagmar Unterreiter, WDM, DGKP Andrea Kurz, ZWM, Mag.a Viktoria Magenschab, Assoc. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Stanislava Tzaneva, DGKP Jürgen Friedl, MSc, Prim. Priv.-Doz. Dr. Peter Jirak, PhD, MSc, DGKP Lisa Schwingenschlögl, BSc, MSc und DGKP Tobias Seltmann, ZWM
