Foto © Sascha Hirtl
Herr Hirtl verbrachte seine Rehabilitation im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs. Im persönlichen Interview erfahren wir, welche Eindrücke er dabei sammeln konnte.
Herr Hirtl, Sie haben Ihre Rehabilitation im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs verbracht. Was war der Grund für Ihre Reha-Maßnahme?
Anfang des Jahres erlitt ich einen Hinterwandinfarkt. Im Krankenhaus wurde mir ein Stent gesetzt und eine Rehabilitation empfohlen. Daraufhin habe ich mich bei mehreren Häusern erkundigt und mich letztendlich für Groß Gerungs als Wunschort entschieden.
Darf ich fragen, warum Sie sich für unser Haus als Wunschort entschieden haben?
Zum einen waren meine Oma und meine Tante sowie Bekannte bereits hier im Haus. Zum anderen habe ich viel im Internet recherchiert und mir etliche Bewertungen durchgelesen. Für mich waren diese sehr authentisch und mir hat gefallen, dass seitens des Hauses darauf eingegangen wurde, deshalb habe ich als Wunschort Groß Gerungs am Reha-Antrag angegeben und ich bin froh, dass dies seitens der Versicherung auch genehmigt wurde.
Es folgte ein dreiwöchiges Anschlussheilverfahren bei uns im Haus. Was haben Sie sich vom Aufenthalt erwartet? Wie standen Sie diesem gegenüber?
Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einigen Jahren mit meiner Psyche zu kämpfen habe. Deshalb habe ich den Herzinfarkt ehrlich gesagt als große Chance wahrgenommen, wieder neu zu beginnen.

Das bedeutet, die 3 Wochen haben Ihnen geholfen, sich auf sich und Ihre Gesundheit zu konzentrieren?
Genau, ich musste mich um nichts kümmern und hatte wirklich Zeit für mich. Hier möchte ich gleich noch anmerken, dass ich insgesamt 4 Wochen im Haus verbracht habe, da ich noch eine Verlängerungswoche in Anspruch nehmen durfte.
Noch kurz zurück zu Ihrem ersten Tag in unserem Haus: Wie haben Sie die Anreise und die Aufnahme erlebt?
Zugegeben, ich war etwas nervös, aber im positiven Sinne. Ich war gespannt auf das, was mich erwarten würde. Die Anreise verlief problemlos und auch die Aufnahme war sehr gut organisiert.
Das heißt, Sie haben sich von Anfang an wohlgefühlt?
Ja, ich habe mich gleich gut zurechtgefunden und hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Vor allem hat mich die Lage des Hauses sofort beeindruckt: Mitten im Grünen und den Wald gleich direkt vor der Tür. Da ist mir, wenn man so will, gleich das Herz aufgegangen!
Eine wichtige Säule der Rehabilitation ist die Medizin. Wie empfanden Sie die medizinische Betreuung, fühlten Sie sich bei den ärztlichen Gesprächen gut aufgehoben?
Während meines Rehabilitationsaufenthaltes lernte ich mehrere Ärzte kennen und ich kann sagen, dass sich alle Zeit für mich genommen haben. Jeder hat mir zugehört und ist auf meine Bedürfnisse eingegangen, weshalb ich mich gut aufgehoben gefühlt habe.
Nun zum Therapieprogramm: Dies ist auf den drei großen Säulen Bewegung, Ernährung und Entspannung aufgebaut. Wie sah ein typischer Rehabilitationstag aus? Welche Therapien standen am Programm?
Die Ernährung zieht sich durch die Mahlzeiten über den Tag hinweg durch und steht somit mehrmals täglich am Programm. Hinzu kommen Bewegungseinheiten wie Nordic Walking, Fahrradergometertraining und Muskelaufbautraining. Für mich waren zudem die theoretischen Einheiten in Form von Vorträgen ein wichtiger Teil des Therapieprogramms.
Kommen wir gleich noch genauer zu den Bewegungstherapien. Wie haben Sie diese erlebt?
Hier möchte ich Hr. Mag. Martin Miehl besonders hervorheben! Martin war immer sehr engagiert, hat jeden von uns bestärkt, mutig zu sein, sich auch einmal „über den Tellerrand“ hinauszuwagen. Er konnte sich gut in die Patienten hineinversetzen und hat uns viele Tipps für zu Hause mitgegeben, das fand ich großartig. Martin ist mir besonders in Erinnerung geblieben, wobei ich dazu sagen möchte, dass das ganze Therapeuten-Team sehr kompetent und freundlich war.

Vielen Dank für dieses große Lob, dies geben wir gerne an Martin und das Therapie-Team weiter. Ein weiterer wichtiger Baustein im Therapieprogramm ist die Ernährungstherapie. Sie haben vorher bereits die täglichen Mahlzeiten erwähnt. Wie hat Ihnen das Essen geschmeckt?
Es war nie etwas dabei, dass mir nicht geschmeckt hat. Ein großes Lob an dieser Stelle an die Küche. Man schmeckt, dass täglich frisch gekocht wird und auch mit der Essensauswahl war ich sehr zufrieden.
Zu Beginn Ihres Aufenthaltes hatten Sie zudem ein Gespräch mit einer unserer Diätologinnen?
Genau, wir haben zu Beginn ein Ziel definiert, an dem ich während meines Aufenthaltes gearbeitet habe. Bei der Bioimpendanzanalyse, einem Verfahren, bei der die Körperzusammensetzung gemessen wird, habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt und das Ganze wurde greifbarer.
Kommen wir nun noch zur mentalen Gesundheit. Sie hatten große Erwartungen, jetzt bin ich gespannt auf Ihr Fazit nach den vier Wochen.
Ich muss zugeben, dass meine Erwartungshaltung wirklich sehr hoch gesteckt war und ich mir dadurch vielleicht auch selbst im Weg stand. Mein Psychologe ist in der Einzelberatung auf mich eingegangen, hat hingehört, sich Zeit genommen und mir „Werkzeuge“ für zu Hause mitgegeben. 4 Wochen vergehen wie im Flug, aber ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder eine Rehabilitation genehmigt bekomme und hier weiter anknüpfen kann.
Das Therapieprogramm beinhaltet zudem Vorträge aus den Bereichen Medizin, Bewegung, Ernährung und mentaler Gesundheit. Von welchem Vortrag konnten Sie am meisten mitnehmen?
Ich konnte aus vielen Vorträgen etwas für mich mitnehmen. Klar, einige Dinge hat man schon mal gehört und weiß man bereits, aber es waren trotzdem immer wieder spannende Fakten dabei. Die Vorträge wurden zudem sehr interaktiv gestaltet. Jeder hatte die Gelegenheit, Fragen zu stellen, auf die auch eingegangen wurde.
Von welcher Therapie konnten Sie am meisten profitieren? Gibt es eine, die Sie für sich herausnehmen können?
Nur eine Therapie möchte ich nicht herausnehmen, für mich war das gesamte Bewegungsprogramm insgesamt sehr wertvoll. Ich bin an meine eigene Belastungsgrenze gegangen, dies hat mir sehr viel Sicherheit und Selbstvertrauen zurückgegeben.
Vielen Dank für die umfassenden Einblicke in das Therapieprogramm. Zu Beginn unseres Gesprächs haben Sie erwähnt, dass Sie die Landschaft sehr beeindruckend fanden. Waren Sie in Ihrer Freizeit viel draußen unterwegs?
Definitiv, ich habe in meiner Freizeit über 300 Bewegungskilometer zurückgelegt und mir wurde immer mehr bewusst, warum das Waldviertel als „mystisch“ bezeichnet wird. Die Gegend hier ist wunderschön und ich habe es genossen, die Natur bewusst wahrzunehmen und den Wald auf mich wirken zu lassen.

Haben Sie auch unser Begleitpersonen-Angebot genützt?
Ja, an den Wochenenden haben mich abwechselnd meine Mama und eine Freundin besucht und direkt bei mir im Zimmer genächtigt. Meine Mama hat auch das Therapie-Angebot genützt und eine Hydrojet-Massage gebucht.
Warum soll jemand ins Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs fahren? Welche drei Besonderheiten würden Sie nennen?
- Die Lage des Hauses: Die angrenzende Natur hat mir geholfen, Entspannung und Entschleunigung zu finden
- Die Freundlichkeit der Mitarbeiter in allen Bereichen: Ich bin nie einem unfreundlichen Gesicht begegnet
- Man wird auf dem Weg in ein aktives Leben begleitet
Für künftige Patienten besonders interessant: Welche Tipps bzw. Ratschläge würden Sie Patienten geben, die am Beginn ihrer Rehabilitation stehen?
Ich würde sagen, man sollte sich vorab überlegen, was man möchte und die Rehabilitation bewusst als Chance wahrnehmen, sein Ziel zu erreichen. Zudem sollte man dem Ganzen offen gegenüberstehen und versuchen, sich darauf einzulassen, denn es wird einem geholfen.
Vielen Dank für diese Botschaft. Mit welchem Gefühl sind Sie nach Hause gefahren?
Tatsächlich bin ich mit einem wehmütigen Auge wieder nach Hause gefahren. Ich hatte das Gefühl, den Ort der Sicherheit wieder gegen den nüchternen Alltag zu tauschen. Aber ich habe den Wald nun auch zu Hause für mich entdeckt. Er ist zu meinem persönlichen Rückzugsort geworden.
Möchten Sie abschließend noch etwas sagen?
Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, danke zu sagen: An alle Mitarbeiter, aber vor allem an die stillen Helfer im Hintergrund, die man vielleicht gar nicht so bewusst wahrnimmt. Danke an die Stubendamen, die immer dafür gesorgt haben, dass alles sauber ist. Danke auch an die Mitarbeiter, die für die reibungslose Organisation verantwortlich sind, mit denen man als Patient aber eigentlich nicht in Kontakt kommt.
Zudem möchte ich mich beim Team für das Präsent an meinem Geburtstag bedanken, das war eine sehr schöne Überraschung, darüber habe ich mich sehr gefreut!
Lieber Herr Hirtl, ich bedanke mich herzlich, dass Sie Ihre Erfahrungen so offen mit uns geteilt haben. Im Namen des gesamten Teams wünsche ich Ihnen alles Gute!
